Warum pferdegestütztes Mentalcoaching bei HSP so gut wirkt

(Von Sabine Reischl)

Wissenswertes über Pferde:

Pferde sind soziale Fluchttiere und fühlen sich in der schutzgebenden Herde am wohlsten. Dort herrschen klare Hierarchien, welche von jedem Mitglied eingehalten werden. Pferde kommunizieren ausschließlich über Mimik, Gestik und Körpersprache. Schon ein kleines Ohrenzucken der Leitstute (steht in der Hierarchie ganz oben) reicht zum Beispiel aus, dass sich der Junghengst gemaßregelt fühlt und sich zurückzieht. Solang die Leitstute entspannt ist, ist auch die ganze Herde entspannt, weil alle der Leitstute vertrauen und ihr folgen.  Pferde sind hochsensible Tiere, die absolut im Hier und Jetzt leben. Pferde reagieren urteilsfrei und unvoreingenommen. Sie interessieren sich nicht für Dinge wie Status, Macht oder Geld. Pferde nehmen das Gegenüber so wie es ist!

Mittlerweile ist auch bewiesen, dass Pferde die Fähigkeit haben, sich den Befindlichkeiten des Interagierenden anzupassen. Hier wird auch in Pferdekreisen von „spiegeln“ gesprochen.


Was ist pferdegestütztes Mentalcoaching?

Hierbei handelt es sich um eine einzigartige Kombination aus dem „klassischen“ pferdegestützten Coaching und dem Mentaltraining.

Das Pferd stellt im Coaching-Prozess ein separates Element dar, welches hilft, etwas bildlich zu machen, zu symbolisieren oder einen Prozess erlebbar zu machen. Hier geht es vor allem um persönliche Weiterentwicklung, das Stärken von Fähigkeiten, das Erkennen von persönlichen Verhaltensmustern und den Ausbau sozialer Kompetenzen, um nur ein paar Beispiele anzuführen. Um die erarbeiteten neuen Strategien auch verinnerlichen zu können, kommen verschiedene Mentaltechniken (z. B. Visualisierungen oder Entspannungstechniken) zum Einsatz, welche auch zu Hause leicht durchführbar sind.

Pferdegestütztes Mentalcoaching zählt zu den nachhaltigsten Coaching-Varianten, da hier alle Sinne der HSP angesprochen werden, was einen größeren Lerneffekt verspricht.

Kurz gesagt: Pferdegestütztes Mentalcoaching ist eine nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe!

Es sind hierfür auch keine Pferdekenntnisse erforderlich!


Wie sieht so ein Coaching aus?

Das Pferd wird als Co-Coach eingesetzt, um von ihm „gespiegelt“ zu werden. Die HSP bekommt individuelle Aufgabenstellungen, welche es mit Pferd zu lösen gilt. Hierbei kann sich die HSP voll auf das eigene Innenleben und die Gefühlswelt konzentrieren und muss sich nicht verstellen. Diese Übungen werden üblicherweise auf Video aufgenommen. Unmittelbar nach jeder Übung wird reflektiert, was von der HSP wahrgenommen wurde, welche Gefühle aufkamen, usw.
Nach der Einheit mit dem Pferd wird die Videoanalyse durchgeführt und die HSP kann sich nochmals von „außen“ betrachten. Der Sachverhalt wird ausführlich besprochen, gleichzeitig werden die Stärken und Schwächen erarbeitet sowie die neuen Ziele definiert. Nach dieser Coaching-Intervention werden die nächsten Handlungsschritte erarbeitet und Strategien entwickelt, wie diese eingeleitet werden können. Hier kommen dann auch je nach Thema die verschiedenen Mentaltechniken zum Einsatz. Am Ende des Coachings werden noch leicht durchführbare Hausaufgaben und Übungen an die Hand gegeben, welche die HSP auch zu Hause leicht umsetzen kann, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Wobei kann pferdegestütztes Mentalcoaching unterstützen?

  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Steigerung von Selbstwert, Selbstliebe & Selbstbewusstsein
  • Ängste- & Konfliktbewältigung
  • Erkennen und Verändern von Denk-, Gefühls- und Verhaltensmustern (z. B. Reizüberflutungen, etc.)
  • Erkennen von Stärken und Potentialen
  • Innere Unruhe (z. B. Anspannung, Nervosität)
  • Lernen sich abzugrenzen (z. B. „Nein“ sagen lernen)
  • Erlangen Ruhe & Gelassenheit


Wozu pferdegestütztes Mentalcoaching?

Dafür gibt es mehrere gute Gründe:

  • Es ist bekannt, dass wir beim Erlernen von neuen Fertigkeiten nur einen geringen Teil über das sachlich kognitive (Wahrnehmung, Vorstellung und Sprache) Lernen aufnehmen, der weitaus größere Teil wird über Gefühle und Emotionen gelernt und auch behalten. Hinzu kommt noch, dass wir nur außerhalb unserer Komfortzone lernen, sprich nur dann, wenn wir unseren gewohnten Alltag verlassen und etwas Neues versuchen, können wir auch über uns hinaus wachsen.
  • Ein weiterer Vorteil diese Coachings ist es, dass Unbewusstes bewusst gemacht wird. Die meiste Zeit des Tages agieren wir unbewusst. Da sich die meisten Handlungen über die Jahre hinweg zu automatisierten Programmen entwickelt haben, nehmen wir diese nicht mehr bewusst wahr, eben weil sie Routine für uns sind.
  • HSP dürfen sich hier authentisch zeigen und können sich mit dieser Variante des Coachings sehr gut identifizieren, da eben auch Gefühle und Emotionen eine große Rolle spielen.
  • Durch die Pferde erleben die HSP das Gefühl der Wertschätzung und des Angenommenwerdens, wie sie sind.
  • Die Coachings finden überwiegend in der Natur statt, welche automatisch eine gewisse Wohlfühlatmosphäre bietet.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen dieses neue Coaching-Verfahren etwas näher bringen und Sie haben Interesse daran, es selbst auszuprobieren.

Zum Abschluss möchte ich Dir noch eines sagen:

„DU BIST SO VIEL MEHR, ALS SIE DIR GESAGT HABEN!“

Sabine Reischl, pferdegestütztes Mentalcoaching, www.mentalepferdepower.de

Ein Kommentar

  1. Hmm… vielleicht versteht man das besser, wenn man es ausübt 😉 Oder ich bin zu sehr Pferdemensch, da ich mich automatisch bei der Verständigung mit dem Pferd auf dessen Ebene begebe. Das Pferd reagiert immer seiner Art gemäß, d.h. ich brauche bei einem Menschen ohne Pferdeverständnis, den Coach als Übersetzer dazwischen…

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