Warum Hochsensible außergewöhnliche Multitalente sind

Hochsensible Personen (HSP) verfügen über eine bestimmte Gabe, was sie von Normalsensiblen sehr deutlich unterscheiden lässt. Es ist ihr 6. Sinn, der die Fähigkeiten wie zum Beispiel Intuition, Instinkte, Eingebungen, Ideenreichtum und Vorahnungen umfasst. Daraus resultiert, dass das Nervensystem von HSP bedeutend mehr Informationen aufnehmen muss als üblich.

Es sind somit nicht die herkömmlichen fünf Sinne, die ein hochsensibles Gehirn überlasten können, sondern vor allem die zahlreichen zusätzlichen Eingebungen und Gedankengänge. Die positive Seite davon ist, dass das Gehirn von HSP schon ab Geburt außergewöhnlich intensiver beansprucht wird.

Es erreicht infolgedessen recht schnell ein außergewöhnlich hohes Trainingslevel. Es entwickelt sich eine Art intellektuelle Hochleistungsmaschine – ein hochgezüchtetes Nervensystem für die Aufnahme und Verarbeitung von Umweltinformationen. Hochsensibilität stellt demnach eine Sonderform der Hochbegabung dar.

Dies ist auch die Ursache, warum HSP in nahezu jedem Tätigkeitsfeld anzutreffen sind. Es sind Multitalente, die sich nicht nur nahezu jeden Berufsabschluss, sondern auch alle weiteren notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten mühelos erarbeiten können. Kombiniert mit ihrem 6. Sinn, der sie mit dem geheimnisvollen Reich der Ideen, Ahnungen, Zufälle und Einsichten verbindet, kann ein sehr erfolgreiches berufliches Gemisch entstehen.

Es sind nicht nur Arbeitskollegen, Untergebene, Vorgesetzte oder berufliche Situationen präzise einschätzbar, sondern auch Unternehmenskonzepte und Arbeitsabläufe. HSP erkennen schon Probleme, Verbesserungspotenziale oder sonstige Chancen und Unstimmigkeiten, während Normalsensible noch dabei sind, etwas umzusetzen oder zu verstehen.

In der Summe bringen HSP also Persönlichkeitsmerkmale mit, die zumindest fachlich überall einsetzbar sind. Obwohl sich demnach nicht die Frage stellt, welche Berufsbilder für HSP besonders gut geeignet sind, quälen sich dennoch viele Hochsensible mit ihrer Berufstätigkeit. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass es selten der falsche Beruf ist, sondern weil sie mit ungeeigneten Arbeitsbedingungen konfrontiert werden.

HSP brauchen spezielle Rahmenbedingungen bei ihrer täglichen Arbeit. Faktoren wie positive Arbeitsatmosphäre, moralisches Handeln, Abwechslung und eigenverantwortliches Arbeiten sind elementar wichtig für sie. Diese Kriterien sind nicht unbedingt abhängig vom Berufsbild, sondern vielmehr von der Firmenphilosophie. HSP suchen also nicht einen bestimmten Beruf, sondern den richtigen Arbeitgeber.

Da in der heutigen Arbeitswelt immer öfter eine destruktive Arbeitsatmosphäre, Chaos in den Arbeitsabläufen und die Gängelung der Belegschaft zu beobachten sind, geraten immer mehr HSP in Konflikt zu ihrem Naturell. Deshalb wenden sich viele Hochsensible früher oder später einer selbstständigen Tätigkeit zu, was den hohen Anteil von Freelancern, Kleinunternehmern und Firmengründern unter HSP beweist. Erst dann können HSP aus dem Vollen schöpfen.
Dank des 6. Sinns irren sich Hochsensible selten

Zusätzlich können sie aufgrund ihres 6. Sinns erfolgreicher als Normalsensible, nicht nur neue Dienstleistungen oder Produkte, sondern auch funktionierende Marketing- und Verkaufsstrategien entwickeln. Sie täuschen sich nur selten, wenn es um die Bewertung von unternehmerischen Herausforderungen oder Kundenwünschen geht. Voraussetzung ist jedoch, dass HSP im Laufe ihres Lebens gelernt haben, auf ihren 6. Sinn zu vertrauen. Erst dann begreifen sie meist, welch mächtige Gabe sie in sich tragen.

Luca Rohleder, Buchautor von „Die Berufung für Hochsensible“

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