Traumafolgen bei Hochsensiblen und warum Resilienz nicht immer, die Lösung sein kann

Hochsensitivität schützt nicht vor traumatischen Ereignissen

Ganz im Gegenteil es brennt sich intensiver ein und wirkt nach. Es braucht Zeit und Skills um die Traumataliste von Hochsensitiven aufzuarbeiten. Dennoch hindert das normalerweise nicht am Leben oder Erleben. Es sind lebendige Erinnerung, wie andere mit positiven Gefühlen verknüpften Erfahrungen. Eine posttraumatische Belastungsstörung durch Psychotrauma, Schock oder Entwicklungstrauma, bringt völlig andere Merkmale einer Hochsensibilität mit sich.

Während die Traumaexpertin Dami Charf, deren Arbeit ich sehr schätze, Hochsensibilität als Traumafolge generell sieht, möchte ich hier anmerken, das sie tatsächlich in ihrer Begründung dafür, Merkmale eines Traumas beschreibt. Jedoch die Hochsensitivität, nach den Arons nicht mit einbezieht. Während bei einem Psychotrauma, wie zum Beispiel nach narzisstischem Missbrauch, der Hippocampus schrumpft und die Amygdala dauerbefeuert wird, ist eine Hochsensitivität als Persönlichkeitsmerkmal dafür bekannt, einen aktiveren Thalamus aufzuweisen. Völlig unterschiedliche Prozesse und Regionen im Gehirn.

Das Fühlen kann schleichend zur Last werden, dann wenn überwiegend Schmerz, Wut, Scham und reißerische Hoffnung ein Leben bestimmen. Der Zugriff auf die Gabe Hochsensitivität schwindet dabei.

Warum nicht immer die Resilienz fehlt – Energievampire und andere Ablenkungen

Es kommt vor das Hochsensible, je mehr Resilienz sie aufbauen, mehr Resignation im privaten Umfeld entgegenschlägt. Dann plätschert ihre Energie, ins Umfeld hinein an Andere.

Der Volksmund spricht von Energievampiren, doch das ist möglicherweise eine Ablenkung vom verursachenden Thema. Davon, zu erfassen, wie man sich selbst vom Energiefluss abgrenzen lässt. Man schneidet sich selbst ab.

Erst wenn sich der Leidensdruck ausreichend erhöht, ist es für HSPler möglich, toxische Bindungen zu erkennen und zu verlassen. Dabei erreichen sie den Punkt sich selbst nicht mehr zu verstehen. Mental und physisch gefühlt zu sterben, um sich wieder zu finden.

Viele kennen das Gefühl im Kleinen, in Gegenwart negativer Energien. Nervenkater.
Als spürbar allgegenwärtige Energie kaum vorstellbar, doch gerät ein hochsensibler Mensch in einen psychischen Missbrauchskreislauf, können die Folgen, die ursprüngliche Hochsensitivität in eine belastende Hochsensibilität wandeln.

Das Problem löst sich nicht auf mentaler Ebene

Dieser Zustand ist ein Hinweis darauf, das eigene Umfeld zu überprüfen. Es gilt neu zu erlernen, was die eigenen Bedürfnisse (auch unbewusste) sind und jene, ernst zu nehmen.

Enttäuschung, Kränkung, Scham, Schuld, Wut, Trauer, Verzweiflung, Ängste, Verwirrung und Panikanfälle sind keine angenehmen Begleiter. Doch hochsensitive Menschen haben nicht selten einen starken Willen, verstehen zu wollen. Verstehen, was da mit ihnen passiert und was sie für sich selbst tun können.
Gerade bei subtilen Missbrauch wie dem narzisstischen Missbrauch, sind Wissen und Praxis noch nicht die Lösung. Es ist wichtig, zu verstehen, dass es okay ist, nicht okay zu sein.

Aufgrund von neurologischen Vorgängen und psychischen Verarbeitungsprozessen reagiert man sensibler/empfindlicher auf gesagte Worte. Es besteht ein Flucht Kampf Modus, in dem jede Menge Stress für eine erhöhte Wachsamkeit sorgt. Überall lauern Trigger. Töne, Geräusche, Gerüche und die eigenen Gedanken. Mensch ist dann sensibilisiert auf eine Art, die einschränkt. Allerhöchste Zeit, sich in Watte zu packen und den Zusammenbruch zu akzeptieren. Sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Seine Traumata erkennen, aufzuarbeiten, und zu integrieren, halte ich für notwendig. Traumatherapie unterstützt diese Vorgänge und sicherlich ist es eine Huhn-Ei-Frage ob nun Trauma zum Beispiel generationenübergreifend Ursache für HSPler, im Sinne des Persönlichkeitsmerkmals sind oder ob dieses Persönlichkeitsmerkmal traumatisierend wirkt durch fehlende Kohärenz im Umfeld.

Während eines Psychodramas an Resilienz zu arbeiten, kann einen Leidensweg unnötig verlängern.
Denn wozu sich gegen psychische Manipulation abhärten?

Da hilft nur der Abstand und lernen!

Gerade uns Hochsensitiven fällt es ohne das Wissen über Narzissmus, Soziopathie und Psychopathie schwer, Dinge dieser Art zu werten. Da eventuell die eigene Veranlagung ausschließt, dass Empathie auch nicht vorhanden sein kann oder manipulativ nachgeahmt wird. Typisches Bambiverhalten. Besonders deutlich macht das auch eine Studie zum sogenannten Dark Faktor, in der sich die Veranlagungen zu Sadismus oder Egoismus deutlich bündeln oder eben umgekehrt die Nichtveranlagung.

Es fällt schwer, in Schwarz oder Weiss zu urteilen und zwischen emotionalen Schmerzkörpern, inneren Kindern und den Menschen, die vor einem stehen, zu unterscheiden. Sich wieder und wieder abzugrenzen.

Wenn Hochsensible in ihrem Umfeld erleben, das Grenzen nicht respektiert werden, brauchen sie besonderen Schutz und Sensibilität. Das betrifft, die mit Persönlichkeitsmerkmal, Menschen mit vorübergehender erhöhter Sensibilität sowie die Hochsensitiven aufgrund von pathologischen Ursachen.

Jeder der sich hier wiederfindet, möge sich Unterstützung suchen.

Ich bin überzeugt, die angeborene Hochsensitivität hilft Trauma zu verarbeiten. Besonders im Nachhinein, zu verstehen und zu heilen.

Für Menschen in und nach narzisstischer Gesellschaft habe ich das Schutzgärtnern ins Leben gerufen. Gesunde Grenzen und gesunden Narzissmus (Selbstwert/Selbstachtung/Selbstliebe) lernt man nicht in 24 Stunden. Manchmal bedarf es dunkelster Nächte und Irrfelder, um die Möglichkeiten und Vorteile eines eigenen Schutzgartens zu verstehen: www.schutzgarten.com

Manja Kendler, Spririt-Coach, www.manjakendler.de

10 Kommentare

  1. Ein schöner Text, danke. Diese Sensibilität zeigt uns, dass wir uns selber nicht genug schützen, dann macht das der Körper oder unsere Seele für uns. Jahrelang habe ich da von vielen Therapeuten das Rückzugsverhalten empfohlen bekommen: „Du musst auf deinen Körper hören, der braucht Ruhe.“ Dieser Rückzug war für mich nicht richtig. Ich brauchte immer mehr Rückzug und wurde immer sensibler. Aber wenn ich mich innerlich schützen und abgrenzen kann, klappt es auch im Aussen. Mittlerweile spüre ich, wenn es mich aus meiner Mitte zieht und ‚Bäähm‘, wieder alle Geräusche und Farben auf mich einprasseln. Wenn ich ganz bei mir bin, in meinem Körper und für mich selber einstehe, brauche ich diese unangenehme Form der Hochsensibilität gar nicht mehr.

    1. Was heißt da nicht brauchen?

      Hallo Corinne, danke für Deine Zeilen. Durch Hochsensitivität körperlich auf fehlende Mitte hingewiesen zu werden, ist anstrengend. Jedoch möchte ich persönlich, dieses Körpermeter neben dem Fühlometer nicht missen. Es ist ein ganz feines Warnsignal.

    1. Hallo Jenny, ich wünsche Dir die Zuversicht und Stärke. Sich dessen bewusst werden/sein ist schon ein Teilschritt. Wenn Du noch Tipps brauchst. komm doch gern im Schutzgarten vorbei!
      Gruß Manja Kendler

  2. Manche Sätze sind durch Kommata- und Grammatikfehler schwierig zu verstehen, aber die Eröffnung dieser neuen Sichtweisen gefallen mir sehr gut. Zwar liegt der Schwerpunkt erneut auf dem Opferdasein, welches man als HSPler zu sein scheint, dennoch erklärt es mir meine eigene temporäre Lebensunlust und Mutlosigkeit. Ich möchte mich nicht als Opfer meiner Umwelt verstehen, muss aber eingestehen, dass gerade die Kindheitskonditionierung kaum von uns selbst beeinflussbar war. Hier waren wir auf jedem Fall Opfer der Umstände.

    1. Hallo Martin,
      danke für dieses Feedback.
      Kinder sind dies bezüglich gerade in den ersten Jahren wehrlos, und/oder werden wehrlos erzogen.
      Noch ein weiterer Hinweis dazu.
      Neben Hochsensitivität, beschäftige ich mich mit der narzisstischen Gesellschaft, und sehe es, wie Hans-Joachim Maaz, der unsere Gesellschaft als normopathisch betitelt. Heißt: Wir haben uns, schon so sehr an kranke Strukturen gewöhnt, dass wir sie als normal empfinden.

      Ein wichtiger, wenn nicht wichtigster Punkt, wie von Dir auch angesprochen, raus aus der Opferhaltung oder Kinderrolle. Dazu gehört, zu erkennen, wie Täter-Opfer Kreisläufe, entstehen oder wo, wie und wann wir „unbewusst“ Opfer werden.

      Ein weiterer Punkt ist das oberflächig unterschiedliche Wirken männlich/weiblich.
      Wenn Du Deine Beschreibung umwandelst, in das Gefühl was dahinter steht, wird es wohl ähnlicher klingen. Temporäre „Lebensunlust“ und „Mutlosigkeit“ … da versteckt sich: im Zustand das Me(e)hr, der Gefühle und Bedürfnisse.

      Was, ist individuell. Sich diesen Bedürfnissen, zu verschließen, wird potenziell ein reinszenierter Opferkreislauf, man ist sich selbst der Täter. Nicht alle Bedüfnisse müssen ausgelebt werden, doch sie wollen angeschaut und erkannt werden.

      Ich hoffe Du kannst meinen Worten folgen, auch mit meiner Schwäche, bei Kommas und grammatikalischen Ausbrüchen.

  3. Die vielen unnötigen und falsch gesetzten Kommas machen es mir schwer, dem Text zu folgen.
    Keine Samthandschuhe, sorry. Dafür habe ich andere Fehler fast übersehen.

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