Neugeborenen-Ich

Das Neugeborenen-Ich © ist Bestandteil eines alternativen psychologischen Modells, was durch Luca Rohleder entwickelt und im Jahr 2015 in seinem Buch „Die Berufung für Hochsensible“ erstmalig veröffentlich wurde. Es ist auch unter der Bezeichnung „Drei-Ich-Modell nach Rohleder©“ bekannt.

Dieses Erklärungsmodell umfasst die drei Bestandteile Neugeborenen-Ich (NI)©, Erwachsenen-Ich (EI) sowie das Höhere-Ich (HI). Es ist eine auf das hochsensible Leben spezifische Weiterentwicklung der Philosophie des „Inneren Kindes“, das aus der Transaktionsanalyse bekannt ist. Rohleders Modell berücksichtigt jedoch in erster Linie quantenphilosophische Gesichtspunkte, wonach nur der geringste Teil unserer Welt für uns sichtbar ist. Neben der Theorie der „Dunklen Materie/Energie“ bervorzugt Rohleder die Stringtheorie. Danach würde unsere sichtbare Welt lediglich einem Hologramm entsprechen und interagieren mit zahlreichen anderen Parallelwelten.

Hier setzt Rohleders Drei-Ich-Modell an. Er bezeichnet alle Sphären, die unserem Auge verborgen bleiben (deaktivierte Strings) als Unsichtbare Welt. Zugleich setzt er das Gehirn der heute üblichen Metapher des Bio-Computers gleich. Im Gegensatz zur klassischen Neurologie, die im Gehirn den alleinigen Verursacher des menschlichen Verhaltens sieht, vertritt Rohleder die Ansicht, dass unser Gehirn nicht autonom ist, sondern Verbindungen zu höheren Dimensionen, also zur Unsichtbaren Welt, aufnehmen kann. Aus Sicht von Rohleder hat unser Gehirn demzufolge eine Sende- und Empfangsfunktion inne und kann so Datensätze in die Unsichtbare Welt herunter- oder hochladen. Es existiert demnach in unserem Körper (ähnlich wie beim PC oder Smart-Phone) eine Art geistige Internetverbindung, die in der Hauptsache über die Zirbeldrüse ein- und ausgeschaltet wird. Er nennt diesen Kanal „spirituelles WLAN“ oder „geistiges WiFi“. Ein Teil des Gehirns kann also Kontakt aufnehmen mit anderen Sphären. Diesen Teil des Egos bezeichnet Rohleder als Höheres-Ich. Man könnte es auch umgangssprachlich als Seele benennen.

In letzter Konsequenz bedeutet Rohleders quantenphilosophischer Ansatz nichts anderes, dass das Leben eine Art Computerspiel ist (Hologramm aus aktivierten Strings), das aus zahlreichen Programmen (Flora, Fauna, andere Menschen, etc.) aufgebaut ist. Ziel ist es, Lebenserfahrungen zu sammeln und seine eigene Persönlichkeitsentwicklung voranzubringen. Im Sinne Rohleders besteht also das Leben aus einer Art höheren Desensibilisierungs- oder Konfrontationstherapie. Stellt sich der Mensch mutig seinen Herausforderungen, entsteht eine elektromagnetische Resonanz zwischen Körper und Seele. Was zur Erhöhung seiner Lebensenergie (siehe Resonanzprinzip) führt und schließlich in mehr Lebensfreude mündet. Ist der Mensch hingegen ängstlich oder verfolgt er sogar Lebensformen, die mit seinem Höheren-Ich (Seele) in Wiederspruch stehen, führt dies zu Fremdbestimmung. Es entsteht keine Resonanz zum eigenen Lebensthema. Weniger Lebensenergie, bis hin zu Leid oder Lebensunlust ist das Ergebnis.

Das Lebensthema wird ziemlich früh in unserem Leben durch die Grundformatierung des Gehirns festgelegt. Mithilfe eines Kindheitserlebnisses (eventuell Trauma) entsteht in unserem Gehirn ein spezifisches neuronales Netzwerk, so dass der Körper (inkl. Gehirn) im Laufe seines weiteren Lebens permanent mit der Lösung seines Problems (Lernaufgabe) konfrontiert bleibt. Solange bis das Thema ausreichend bearbeitet wurde und sich die dazugehörige Formatierung der Neuronen neu vernetzen kann. Da das Agieren und Denken des Menschen ausschließlich durch Gefühle initiiert werden, ist die beschriebene Grundformatierung im limbischen System und/oder im Stammhirn zu suchen.

Rohleder ist der Überzeugung, dass im Fall der angeborenen Hochsensibilität die neuronale Grundformatierung bereits zu einem Zeitpunkt kurz vor, währenddessen oder direkt nach der Geburt stattgefunden haben muss. Dies hat zur Folge, dass das Lebensthema von hochsensiblen Personen (HSP) allein durch die Beschreibung der emotionalen Situation von Neugeborenen (Neugeborenen-Ich) sehr gut hergeleitet werden kann. Daraus ergibt sich eine weitere Besonderheit des hochsensiblen Lebens. Dieser (eigentlich viel zu frühe) Zeitpunkt einer Grundformatierung von wichtigen Teilen des Gehirns hat zur Folge, dass der Vorgang der Trennung des Egos von der Unsichtbaren Welt, wie es bei Normalsensiblen in den ersten Lebensmonaten üblich ist, bei Hochsensiblen praktisch unterbrochen wurde. HSP empfangen daher über ihre Seele bedeutend mehr Datensätze aus anderen Dimensionen als Normalsensible. Man kennt diesen Vorgang auch unter den Begriffen Kreativität und Intuition.

HSP leben praktisch noch mit einem Bein in derjenigen Dimension, aus der sie vor ihrer Geburt kamen. Im Gegensatz zu Normalsensiblen tauchen also in Gehirnen von HSP gewaltige Mengen zusätzlicher Reize auf, die nicht von ihren Sinnesorganen herrühren. Im Ergebnis steht allen HSP eine Art Höheres Wissen zur Verfügung, was in der Folge zu hohen ethischen, moralischen und innovativen Verhaltensweisen führt. Menschen mit dieser wunderbaren Gabe werden in der Weltgeschichte immer wieder beschrieben. Es sind die Erfinder, Religionsführer, Heiler, Seelsorger und Philosophen, die oft mit der Welt hadern und für ehrenwerte Grundwerte stehen.

Alles in allem ist das Großhirn (Erwachsenen-Ich) von HSP einer enormen Informationsmenge ausgesetzt. Auf der einen Seite hat es die Gefühlswelt von Neugeborenen (Ur-Ängste) zu meistern. Auf der anderen Seite erhält es täglich gewaltige Datensätze aus der noch ur-sprünglich bestehenden Verbindung zur Unsichtbaren Welt (Intuition). Falls HSP ihrem Erwachsenen-Ich zu viel Bedeutung schenken und infolgedessen nicht ihren Gefühlen und ihrer beneidenswerten höheren Führung folgen, ist die Überhitzung ihres Bio-Computers vorprogrammiert. Dieser Daten-Over-Flow kann sogar zum Ego-Infarkt führen. Man nennt diesen Überlastungszustand auch Burn-out oder Bore-out.

Der Begriff „Neugeborenen-Ich“ sowie die Inhalte des „Drei-Ich-Modells nach Rohleder“ sind urheberrechtlich geschützt. Wenn Sie davon etwas bei Ihrer täglichen Arbeit übernehmen möchten, ist die Einwilligung des Verlags dielus edition Leipzig oder des Urhebers Luca Rohleder erforderlich. Unabhängig davon ist immer die Quellenangabe „Drei-Ich-Modell nach Rohleder“ erforderlich.

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