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Hochsensible brauchen Entspannung

(Von Silvia Christine Strauch)

Auf eine hochsensible Person wirken eine Fülle von Reizen ein, die oftmals und leicht zu einer Überlastung führen können. Die Akkus eines Hochsensiblen sind oftmals schon erschöpft, wenn andere Personen erst zur Hochform auflaufen. Diese starke Sinneswahrnehmung führt schnell zu einer Reizüberflutung, vor allen Dingen wenn nicht rechtzeitig auf eine nötige Entspannung und Ruhe geachtet wird.

Strategien gegen Reizüberflutung

Ein Hochsensibler fühlt sich wesentlich schneller gestresst als andere Menschen. Sein Ruhebedürfnis ist größer und so ist ein ausgeprägt gutes Zeitmanagement notwendig, um Zeiten zur Entspannung wahrnehmen zu können. Entspannungstechniken gibt es viele und es liegt an Jedem selbst diese auszuprobieren, um festzustellen, welche ihm am liebsten ist, mit welcher Technik er am ehesten zurecht kommt.

Langfristig ist sicherlich die Mantrameditation die wirkungsvollste Strategie, die allerdings oftmals, gerade von den Menschen, die sie am nötigsten haben, abgelehnt wird. Der Grund dafür liegt paradoxerweise in der relativ schnell eintretenden Entspannung, die für den gestressten Hochsensiblen derartig ungewohnt ist, dass sie wiederum Stress auslöst. Auch der klassische burn-out Patient tut sich schwer diese Ruhe und Gelassenheit zu ertragen. Entweder man hält durch und lernt dies mit Gelassenheit zu nehmen oder man fängt mit Entspannungsübungen an, die nicht derartig wirkungsvoll sind.

Atemtechnik

Am Anfang reicht es aus, wenn sie zum Beispiel bei einem Spaziergang einfach einmal auf ihre Atmung achten. Achten sie bewusst auf ihre Atmung und versuchen sie an nichts anderes zu denken. Fühlen sie, wie die Luft in ihre Lungen strömt, wie sich ihr Brustraum ausdehnt und wie sie wieder ausatmen. Atmen sie durch die Nase ein, damit die Luft durch die Nasenschleimhäute angewärmt und befeuchtet wird und atmen sie durch den Mund wieder aus. Versuchen sie doppelt so viel Zeit für das Ausatmen, wie für das Einatmen zu brauchen. Dann können sie versuchen das Atmen zu intensivieren, tiefer einzuatmen, dabei senkt sich das Zwerchfell und die Lungen können sich nach unten weiten. Wenn sie etwas Übung darin haben, können sie sich auf einen Stuhl oder einen Sessel setzen, mit aufrechter Wirbelsäule, und dies für einige Minuten bis hin zu einer Viertelstunde ausüben. Dabei darf dieses Atmen nie anstrengend werden, sondern es sollte sich, trotz tiefer Atmung, locker und leicht anfühlen.

Beam

Der Beam ist eine einfache aber wirkungsvolle Technik, die immer und überall ausgeübt werden kann. Man visualisiert dabei ein Schutzschild aus weißem Licht, das von oben kommt, um einen herum fließt und dann in den Boden geleitet wird. Durch diese Visualisierung werden Eindrücke von außen nicht mehr im Übermaß angenommen, sie verringern sich und der Beam sorgt für eine sofortige Reizminderung.

Hatha-Yoga-Asanas

Obwohl sich Hatha Yoga durchaus an den ganzen Menschen wendet, sind seine Hauptpraktiken dennoch die Asanas, Yogastellungen, also körperliche Übungen. Besonders geeignet sicherlich für die hochsensiblen Menschen, die sich zuerst einmal mit einer Mantrameditation schwer tun. Bei diesen Körperübungen kommt es auf die korrekte Ausübung an, dann stärken sie die Selbstheilungskräfte des Menschen. Je nach Alter, Gesundheit und Lebenssituation werden diese Übungen ausgesucht, am besten von einem professionellen Yogalehrer, der auch die korrekte Ausübung überprüfen kann. Dann können diese Asanas regelmäßig auch alleine zuhause ausgeübt werden und bieten eine ausgezeichnete Möglichkeit Ruhe und Klarheit zu finden.

Achtsamkeitstraining

Beim Achtsamkeitstraining lässt man sich, ohne zu werten, ohne nachzudenken, auf den Moment ein und blendet alles andere aus. Jederzeit zu üben, zu praktizieren, erfordert es dennoch eine Menge Übung und Erfahrung, um sozusagen umschalten zu können. Indem wir achtsam mit unseren Gedanken und Gefühlen umgehen, auch mit denen anderer Menschen, erreichen wir eine größere Gelassenheit. Achtsamkeitstraining bringt uns dazu Dinge und Situationen möglichst wertfrei zu betrachten, ohne uns davon betroffen machen zu lassen.

Mantrameditation

Unterschiedliche Meditationstechniken lassen sich durchaus durch die Veränderung der Gehirnströme im EEG nachweisen. Beim Schließen der Augen und Anwendung eines Mantras werden zuerst die Alphawellen verstärkt und harmonisiert, die Konzentrations- und Merkfähigkeit verstärkt und es kommt zu einem verbesserten Körper/Geist Gefühl. Befinden wir uns durch die Wirkung der Meditation in einem tief entspannten Bewusstseinszustand, der mit gesteigerter Kreativität einhergeht, so befinden wir uns in einem Theta-Zustand, es sind im EEG verstärkt Thetawellen nachzuweisen.

Ein Mantra ist eine Wort-Silbenkombination mit einer starken Klangenergie. Es wird rezitiert, also wiederholt und bringt den unsteten Geist zur Ruhe. Das wohl bekannteste Mantra ist das klassische „OM“. Sprechen sie dieses OM beim ein- und ausatmen leise und ohne Anstrengung vor sich hin. Dann wiederholen sie das Mantra nur noch im Geiste und lassen es dabei immer leiser werden. Sollten dabei Gedanken oder Gefühle auftreten, so lassen sie diese einfach vorbeiziehen, so wie Wolken am Himmel. Obwohl sich dies so leicht anhört, gehört in der Praxis ein gehöriges Maß Übung dazu, die Gedanken ziehen zu lassen und das Mantra immer feiner und unauffälliger zu denken. Mit etwas Übung bewirkt diese Mantrameditation tiefe Entspannung und Ausgeglichenheit, sie reduziert Stress und stärkt auf der anderen Seite das Immunsystem. Sie wirkt aktivierend auf die Lebensenergie und beseitigt Energieblockaden.

Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen

Silvia Christine Strauch, Buchautorin von „Meine Hochsensibilität positiv gelebt“

2 Kommentare

  1. Hat sich schon einmal jemand mit der Frage beschäftigt, wie Hochsensilbe, die in einer Wohngruppe einen strammen Zeitplan einhalten müssen und bestimmten Geräuschkulissen und Räumlichkeiten ausgeliefert sind, sich entspannen und regenerieren können?
    Der Zeitplan und die Ansprüche von anderen an einen sind nicht die ganze Woche über so wie an vielen Arbeitsplätzen, dafür aber deutlich strenger als an den Arbeitsplätzen, an denen jeder seine Zeit selbst einteilt. Ich kann also nicht dann entspannen, wenn es nötig wäre.

    1. Steigen Sie aus aus dieser Wohngruppe aus!!! Das ist Gift für sie! Da werden sie früher oder jetzt schon vor die Hunde gehen. Bei allem sozialem Verständnis – braucht ein HSP in erster Linie viel Raum und Ruhe um sein Neugeborenen Ich zu pfegen.
      Wenn Sie an Ihrer Situation nichts verändern werden irgendwann IhreNerven völlig blank liegen und dann werden Sie selbst zum Pflegefall.
      Wollen Sie das etwa?

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