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Hochsensibilität: 6 Tipps für ein besseres Selbstwertgefühl

(Von Sandra Tissot)

Elaine N. Aron beschreibt in Ihrem Buch “Sind Sie hochsensibel?“ ihre Erkenntnis, dass viele Hochsensible das Gefühl haben mit einem Makel behaftet zu sein. Sie geht davon aus, dass für Hochsensible der Vergleich mit anderen Menschen zu einem schlechten Selbstwertgefühl führt. Besonders dann, wenn dabei nur die Nachteile, wie eine erniedrigte Reizschwelle, der hochsensiblen Persönlichkeit berücksichtigt werden. Dabei vergessen Hochsensible gern, dass Sie häufig eine große Kreativität, Leidenschaft, Erkenntnis und Anteilnahme besitzen und es sich dabei um Qualitäten handelt, die gesellschaftlich durchaus geschätzt sind. (vgl. „Sind Sie hochsensibel? Wie Sie Ihre Empfindsamkeit erkennen, verstehen und nutzen” Elaine Aron (München 2011)

Tipp 1: Falsche Vergleiche stoppen!

So schwer es vielleicht am Anfang fallen mag, falsche Vergleiche mit anderen Menschen sind eine Hauptursache für ein schlechtes Selbstwertgefühl und sollten unbedingt gestoppt werden. Hochsensible leisten genauso viel, nur vielleicht in einer anderen Verteilung und in anderen Bereichen. Hochsensible neigen allerdings dazu die eigenen Fehler und Schwächen wie durch eine Lupe zu sehen und sie damit für sich selbst größer zu machen, als sie eigentlich sind.

Tipp 2: Grübelfallen erkennen!

Hochsensible, die oft ins Grübeln verfallen, finden sich häufig in einem Gedankenkarussell wieder, aus dem sie sich manchmal erst nach Tagen befreien können. Das eigene Selbstwertgefühl sinkt dann oft weit in den Keller. Selten stellen sie sich dabei die Frage, ob es wirklich die Menschen in der Außenwelt sind, die ihr Tun negativ wahrnehmen oder sie am Ende nur selbst ihr größter Kritiker sind. Um dieses Gedankenkarussell zu durchbrechen, hilft es Hochsensiblen, ihre Aufmerksamkeit bewusst umzulenken. Das können Aktivitäten sein, die neutrale oder positive Gefühle hervorrufen oder sie auf vollkommen andere Gedanken bringen. Die umgelenkte Aufmerksamkeit hilft Hochsensiblen allerdings nicht immer, oder aber nur kurzfristig. Hier hilft dann nur Tipp 3.

Tipp 3: Achtsamkeit leben!

Dauerhaft gegen ein negatives Gedankenkarussell von Hochsensiblen helfen Achtsamkeitsübungen. Eine Achtsamkeitsübung kann zum Beispiel sein, sich bewusst an einen schönen Ort zu setzen, die Augen zu schließen und sich den Gedankenstrom als Fluss vorzustellen. Die Gedanken kommen, fallen auf Blätter, die im Fluss schwimmen und fließen an Dir vorbei. Yoga oder Meditation können diesen Prozess dauerhaft positiv untermauern. Das eigene Selbstwertgefühl wird von innen heraus gefestigt.

Tipp 4: Gnädiger zu sich selbst sein!

Hochsensible neigen manchmal zum Perfektionismus. Der Perfektionist definiert sich zu sehr über seine eigene Leistung und fühlt sich ständig unter Druck, etwas Tadelloses abliefern zu müssen. Ein Teufelskreis, denn: Der Perfektionist setzt sich selbst so stark unter Stress, dass dieser ihn tatsächlich psychisch oder physisch krank machen kann. An dieser Stelle ein wunderbarer Ausspruch von Salvador Dali: „Hab keine Angst vor der Perfektion, du wirst sie nie erreichen.“ Hochsensible können eine nach außen offene hochsensible Gewissenhaftigkeit leben, mit der sie ihren Alltag effektiv, verantwortungsbewusst und zielstrebig gestalten – ein echter Booster für das eigene Selbstwertgefühl.

Tipp 5: Eigenverantwortung übernehmen!

Besonders im Arbeitsalltag höhlen Fremdbestimmung und gefühlte Sinnlosigkeit des eigenen Tuns Hochsensible schnell aus. Sie können sich dann leer und bereits von Kleinigkeiten überfordert fühlen. So streng es auch klingt, aus dieser Misere können sie sich nur befreien, wenn Sie Eigenverantwortung für ihr Leben übernehmen. Jeder ist selbst hauptverantwortlich für sein Leben und entscheidet,  was passiert. Nicht die Gesellschaft, nicht die Eltern, nicht der Partner, nicht der Chef … Wenn Hochsensible ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand nehmen, hat diese dauerhaft positive Auswirkung auf das eigene Selbstwertgefühl.

Tipp 6: Entspannung einplanen!

Hochsensible sollten sich nicht für eine unbestimmte Zeit vornehmen zu relaxen, sondern echte Entspannung bewusst in den Tagesablauf integrieren. Ähnlich wie Geschäftstermine eingetragen, kann auch „Relax-Zeit“ geplant werden. Echte Entspannung bringt Hochsensiblen mehr Gelassenheit im Alltag. Durch regelmäßiges Relaxen lösen sich Denkblockaden auf und schaffen Raum für Neues. Hochsensible bekommen wieder einen klaren Blick und werden sich ihrer besonderen Fähigkeiten bewusst. Das trägt zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls bei. Der Zeitpunkt ist nie perfekt, es gibt immer etwas zu tun nicht morgen, sondern schon heute ist Zeit für echte Entspannung …

Sandra Tissot, sandra-tissot.com, Autorin „Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit“

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