Hochsensibilität – 10 Tipps, die Dich im Alltag vor Reizüberflutung schützen

Du bist nicht nur in der Lage, Geräusche, Gerüche, Licht etc., sondern auch Menschen in Deinem Umfeld besonders gut wahrzunehmen und erfasst ihre Gedanken, Emotionen und kannst Stimmungen detailliert erkennen. Kommen in Büro-Meetings, auf Veranstaltungen oder bei privaten Treffen mit Freunden laute Geräusche, Gerüche und ganz unterschiedliche Menschen und damit verbundene Befindlichkeiten, Ansichten und Emotionen zusammen – wird schnell alles zu viel. Dann beginnt sich plötzlich Dein Kopf zu drehen, der Lärmpegel wird unerträglich, Gedanken verschwimmen und Du hast große Lust der Situation einfach zu entfliehen. Folgende Tipp helfen Dir dabei, Dich im Alltag besser vor Reizüberflutung zu schützen.

1. Setze auf bewusste Atempausen
„Hol mal tief Luft“ ist nicht nur eine Floskel, sondern kann Dir im Alltag wirklich dabei helfen, Dich vor Reizüberflutung zu schützen. Für das bewusste Atmen kannst Du Dir täglich ein paar kleine Pausen gönnen, in denen Du beispielsweise die vollständige Yogaatmung nutzt. Hier findest Du ein tolles Video https://www.youtube.com/watch?v=kyvaRPM4ysA mit Anleitung. In Stresssituationen können Dich kleine Mini-Atemübungen wieder ruhiger machen. Konzentriere Dich hierfür kurz nur auf Deine Atmung und atme dreimal hintereinander tief ein und aus.

2. Visualisiere Situationen bereits im Voraus
Neue und ungewohnte Situationen sorgen bei Hochsensiblen schnell in Stress. Die Präsentation einer Idee vor Kollegen oder gar eine Rede vor einer größeren Anzahl von Zuhörern versetzen unseren Körper in höchste Alarmbereitschaft. Hier kann die Visualisierung von bestimmten Situationen im Voraus helfen. Du weißt wo Du Deine Präsentation oder Rede halten wirst? Besuche die Räumlichkeiten bereits vorab, stelle Dir vor, wo die Zuhörer sitzen werden ggf. kannst Du Deine Worte bereits einmal im leeren Raum an ein „imaginären Publikum“ richten. Das macht Dich mit der Situation vertraut und kann Dir dabei helfen, Deine Energien zu kanalisieren.

3. Plane Auszeiten ein
Tagsüber im Büro arbeiten, Mittagspause ausfallen lassen und abends noch voll motiviert mit Freunden treffen? Was vielleicht für Normalsensible völlig selbstverständlich klingt, ist für Hochsensible fast unmöglich. Wir benötigen regelmäßige Auszeiten und Pufferzeiten, um uns entspannen zu können. Wenn Du Dir täglich Deine kleinen Freiräume sicherst, wirst Du schnell bemerken, dass Du tagsüber auf Arbeit konzentriert mit mehreren Menschen arbeiten kannst und immer mal wieder am Abend sogar noch die Kraft hast, Dich mit Freunden zu treffen.

4. Hör auf Dich mit anderen zu vergleichen
Dein Kollege schafft scheinbar viel mehr Arbeit als Du? Deine Freunde haben überhaupt kein Problem mit Lärm und Dich machen schon Geräusche, wie das leise Telefonat Deines Mitarbeiters oder gedämpfte Gespräche aus Nachbarwohnung verrückt? Deine Hochsensibilität wird Dich alles immer intensiver wahrnehmen lassen. Der Vergleich mit anderen Menschen hilft Dir hier nicht weiter. So simpel wie es klingen mag, mache Deinen Frieden damit.

5. Schwimme nicht mit dem Mainstream
Hier mal ein paar Beispiele: Der klassische Deutsche plant Urlaubsreisen oft schon Monate im Voraus und Dir ist schon der Gedanke daran unerträglich? Viele Menschen sehen Statussymbole wie Autos, Häuser etc. als Zeichen für Erfolg, Dir sind die Verpflichtung und der Materialismus zu viel? Eltern in Deinem Umfeld unternehmen täglich mit ihren Kindern Ausflüge auf den Spielplatz, in den Freizeitpark u. v. m. und Du bist froh, wenn Du mal einen ruhigen Nachmittag mit Deinem Kind verbringen kannst? Erlaube Dir zu sein, wie Du bist und passe Deinen Alltag ein Stück weit mehr Deinen hochsensiblen Bedürfnissen an. Am Leben teilzunehmen heißt nicht immer, alles so zu machen, wie es andere Menschen tun

6. Lebe im „Hier und Jetzt“
Wir neigen dazu uns mit Gedanken und Situationen aus der Vergangenheit zu quälen und uns beispielsweise Gesprächsinhalte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wie könnte der andere das Gesagte gemeint haben etc.? Das andere Extrem sind Gedanken an die Zukunft, oft gepaart mit Ängsten. Dabei vergessen wir im Augenblick zu leben. Halte Dir bewusst vor Augen, was das „Hier und Jetzt“ gerade schön macht. Scheint gerade die Sonne durchs Fenster, hast Du gerade ein tiefgründiges Gespräch geführt, hat Dich Dein Mann soeben liebevoll angelacht? Es sind die kleinen Momente die unser Leben gerade in diesem Augenblick bereichern.

7. Vergiss Perfektionismus
Du willst immer alles besonders gut machen – ganz gleich, ob es um die Arbeit für Deinen Kunden geht oder um das Zusammenleben mit Familie und Freunden. Das Tragische daran ist, es wird Dir nie gelingen. Egal wie gut und perfekt Du Deine Arbeit auch machst, es wird immer jemanden geben, der an irgendeiner Stelle damit nicht zufrieden ist. Das heißt nicht, dass Du ab jetzt nachlässig werden sollst, nur das Du Dir vor Augen führst, dass es nichts gibt, was wirklich perfekt ist.

8. Genieße das Alleinsein, ohne einsam zu sein
Viele Menschen können Alleinsein und Einsamkeit nicht voneinander unterscheiden, für uns Hochsensible ist diese Unterscheidung nahezu überlebenswichtig. Wir benötigen Zeit nur ganz für uns allein, um uns zu erholen und unser Innerstes wieder von den täglichen Reizen der Außenwelt zu neutralisieren. Das Alleinsein gibt uns neue Energie und hat nichts mit Abschottung oder gar Einsamkeit zu tun.

9. Kommuniziere offen und ehrlich
Selbst sehr empathische Menschen in Deinem Umfeld sind nicht immer in der Lage, Deine aktuelle Gefühlslage zu erkennen oder Situationen richtig einzuschätzen. Stell Dir folgende banale Situation vor: Du bist auf eine Party bei Freunden, die Musik ist bis zum Anschlag aufgedreht und Dein Gegenüber versucht Dich gerade in ein sehr persönliches Gespräch zu verwickeln. Du kannst das instinktiv spüren, aber der Lärm im Hintergrund treibt Dich so in den Wahnsinn, dass Du schon zu Beginn des Gesprächs nicht mehr aufnahmefähig bist. Anstatt die Situation „durchzustehen“ und am Ende Gefahr zu laufen nur mit halben Ohr hinzuhören, kommuniziere lieber offen und ehrlich, dass es gerade viel zu laut ist und schlage ggf. vor kurz nach draußen zu gehen, die Musik etwas leiser zu drehen.

10. Höre auf Deine innere Stimme
Wenn nicht Du, wer dann? Egal wie Du es auch nennen magst, Bauchgefühl, innere Stimme, höheres Ich – Du hast die Fähigkeit und das ist Dir im Grunde auch längst bewusst. Nutze diese innere Stimme und sie bewahrt Dich oft nicht nur vor Reizüberflutung, sondern öffnet Dir neue Türen.

Sandra Tissot, Autorin von „Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit“

3 Kommentare

  1. Hallo.
    Ich finde diese 10 Tipps sind wirklich schon sehr umfassend. 🙂

    Ich arbeite in der Praxis und auch mit mir selbst viel mit Engeln. Wenn es mir „zu bunt“ wird, bitte ich Erzengel Michael mit einem speziellen Gebet, meine Verbindungen zu durchtrennen. Schutzengel sind auch sehr nützlich.

    In engen Situationen gehe ich einfach mal zwischendurch aufs WC. Kaltes Wasser über die Hände und den Puls laufen lassen, sich dabei in die Augen schauen befreit auch schnell von überschüssigen (Fremd-) Energien.

    Ausserdem nutze ich die Kraft von Steinen: schwarzer Turmalin (Schörl) und Shungit sind super! Die Steine müssen am Körper getragen werden. Der Turmalin wehrt die Energien ab. Der Shungit wandelt alles gleich um und neutralisiert es dadurch. Der Shungit kann einen anfangs auch mal schummrig machen, bis man sich an die neuen Frequenzen gewöhnt hat.

    Spaziergänge in der Natur – immer gut zum Erden und sich wieder mit reiner, klarer Energie aufladen.

    Meditation ist immer hilfreich. Wer jeden Tag 5-15 Minuten in Stille sitzt, hat wesentlich mehr Resilienz.

    Die Ernährung ist ebenfalls wichtig. Da muss jede/r Selbstversuche machen, um herauszufinden, was einen stresst und was einem bekommt. Ich benutze manchmal auch einen Vitamin B Komplex, da ich Vegetarierin bin. B Vitamine sind gut für die Nerven.

    Das sind nur einige Möglichkeiten, die ich im Laufe der Jahre herausgefunden oder ausprobiert habe.

    Vielleicht ist ja etwas Nützliches für andere dabei.

  2. Hallo und danke! Ja, viel mehr beizutragen habe ich da auch nicht – das ist schon eine umfangreiche Liste hilfreicher Tipps.

    Mir persönlich helfen auch körperliche Übungen zur Erdung und Zentrierung, wie die Berghaltung aus dem Yoga (sehr unauffällig möglich: im aufrechten Stand die Knie leicht anbeugen, Schultern senken, Arme hängen lassen, Blick geradeaus, Augenmuskeln und Unterkiefer entspannen, ) und mir vorzustellen, die Reizüberflutung durch die Füße in den Boden abfließen zu lassen. Dann kann sie mir nicht mehr so viel anhaben und ich habe Zeit die Szene ungestresst zu verlassen

    1. Toller Tipp liebe Nina vielen Dank dafür! Bislang habe ich Yoga nur im eigentlichen Sinne genutzt, eine derartige Alltagsübung kann das sinnvoll ergänzen. Herzliche Grüße Sandra

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