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Der Hochsensible räumt auf

(Von Silvia Christine Strauch)

Aufräumen hat noch keinem geschadet, egal in welchem Alter, egal ob hochsensibel oder nicht. Damit dies einem Hochsensiblen aber wirklich gut tut sind einige Voraussetzungen zu berücksichtigen.

Aufräumen oder Saubermachen verbindet man automatisch mit Klarheit. Damit ist nicht nur das Aufräumen eines Haushaltes gemeint, sondern durchaus das Aufräumen im Geiste. Das wirkliche Aufräumen setzt nicht nur ein optisches Aufräumen und Saubermachen voraus, sondern ein Ausmisten von Grund auf, meist verbunden mit einer neuen Ordnung, beziehungsweise mit einem neuen Ordnungssystem.

Aufräumen als Lebensstil

Aufräumen kann zum Lebensstil werden. Wer aufräumt ist nur zu faul zum Suchen, heißt es in einem alten Spruch. Allerdings ist dieses Suchen mit Zeitverschwendung verbunden, meist auch mit negativen Gefühlen, auf die ich gerne verzichte. Es geht darum mit meiner Zeit sorgsam umzugehen.

Das Aufräumen fängt im Geiste an, dort heißt es loslassen. Was brauche ich wirklich? Was brauche ich im Kopf und was in der Realität? Wo gibt es nur den Wunsch zu besitzen und nicht die Notwendigkeit das Ding wirklich zu brauchen? Wo geht es ums haben wollen, damit es mir subjektiv besser geht? Was kann ich dafür tun, dass es mir besser geht? Reicht nicht ein schöner Spaziergang in der Natur aus? Oder ein work-out im Sportstudio? Muss ich wirklich Dinge, Sachen anschaffen, die nachher im Weg herumstehen?

Ist dieser Gedankengang erst einmal im Kopf verankert, so schützt mich dies vor künftigen Fehlkäufen. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dies auch in meiner alltäglichen Umwelt umzusetzen und festzustellen, mit welchen Dingen ich wirklich weiter leben will und für welche ich einen neuen Besitzer suchen werde. Verschenken, spenden, Altkleidersammlung, gemeinnützige Organisationen, es gibt viele Möglichkeiten, wie auch second hand shops, in denen man sogar Möbel verkaufen kann.

Schaffen Sie sich ein Ordnungssystem

Einer hochsensiblen Person hilft es, wenn die Sachen einen festen Platz haben, das schützt auch davor suchen zu müssen und manchmal stellt man fest, dass man von einem Artikel doch allen Ernstes mehrere Ausführungen besitzt.

Fangen sie einfach jede Woche damit an, ein Stückchen weiter aufzuräumen. Am Anfang eine Schublade, dann die nächste, dann den Schrank… Wenn sie ein wenig Übung bekommen haben, dann werden sie gern regelmäßig ihre Wohnung inspizieren und sich freuen, falls sie etwas finden, das sie verschenken können.

Es gibt so viele Dinge, die ihnen eigentlich im Weg sind, trennen sie sich davon! Sie stehen ihnen im Geiste, wie in der Realität im Weg. Jeder Müllmann kann bestätigen, dass er binnen einer Woche eine gesamte Wohnung durch Dinge aus dem Sperrmüll einrichten könnte, ohne dass Jemand merken würde, woher die Dinge kommen. Man muss auch nicht jede Mode mitmachen, achten sie darauf, das zu kaufen was ihnen steht und was sie mit den vorhandenen Dingen kombinieren können. Überlegen sie sich ob sie wirklich ein vorhandenes Kaffee- oder Speiseservice für 12 Leute oder noch mehr brauchen. Wie groß ist ihr Tisch? Maximal sechs Leute, warum bunkern sie dann jede Menge Geschirr?

Legen sie sich einen Karton zu, in den sie die Sachen legen, von denen sie sich beim Ausmisten nicht trennen können. Als Übergangslösung, sie werden sehen wie unwichtig die Sachen sind. Trennen sie sich von Klamotten, die sie seit zwei Jahren nicht mehr in der Hand gehabt haben, auch von Schuhen…

Mehr Platz fürs Leben

Die hochsensible Seele wird nicht traurig, wenn sie sich von etwas trennt, sondern sie gewöhnt sich schnell daran und jubelt, wenn wieder irgendein Stück von uns geht und einen neuen Besitzer gefunden hat. Und die Erinnerungen befinden sich im Kopf! Und somit wird das Ausmisten zu einem wahren Befreiungsschlag, nicht nur für die Wohnung, sondern für unseren Kopf und unsere Seele.

Es gibt mehr Platz zum Leben – in jeder Beziehung!

Silvia Christine Strauch, Buchautorin von „Meine Hochsensibilität positiv gelebt“

2 Kommentare

  1. Hallo Frau Strauch, ich bin zufällig über den „Schutzgarten“ hier bei Ihnen zum Aufräumen angekommen….wie Sie das beschreiben, trifft es aufs Haar !
    Vielen Dank für die vielen treffenden Worte – Sie sind eine echte Bestätigung für mein Empfinden (HSP).
    Ordnung gibt mir Sicherheit : Äußere Ordnung schafft innere Ordnung….sage ich immer. Vor 3 Jahren habe ich wochenlang Klee aus meinem Rasen gezupft..meinem Arm ist das gar nicht bekommen, er musste irgendwann streiken…meiner Seele hat das immer wieder geholfen …. war irgendwie auch sinnstiftend…. und mein Rasen ? Er sieht heute sehr viel besser aus…und das Grün der Gräschen überwiegt deutlich. Ich werde hier Ihr Lesegast gern bleiben. Viele Grüße zum Pfingstsonntag aus Thüringen !!

    1. Hallo Ramona,
      vielen lieben Dank für Deine Worte. Ich schick dir ganz herzliche Grüße aus dem Burgenland, wohin ich mich vor ein paar Monaten verzogen habe 🙂

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